Die Idee zum Buch:
Begonnen habe ich mit dem Schreiben während meiner Haftzeit – schonungslos, ehrlich und ohne den Hintergedanken, jemals ein Buch zu verfassen. Es ging mir rein darum, meine Gedanken einzufangen.
Meine treuesten Kritiker waren damals Wolfgang und Sandra. Wolfgang engagierte sich ehrenamtlich als Organist in der JVA Siegburg und verzauberte uns Woche für Woche mit seinen Orgelklängen; Sandra hatte ich über die Straffälligenhilfe „Schwarzes Kreuz“ kennengelernt. Beide bekamen meine Texte regelmäßig zugeschickt und gaben mir ehrliches Feedback – auch wenn ich an den Worten selbst nie etwas veränderte.
Nach meiner Entlassung im Jahr 2023 lernte ich ein Jahr später meine Freundin Elisa kennen. Als ich ihr von meinen Aufzeichnungen aus der Haft erzählte, meinte sie begeistert: „Ich würde diese Texte unglaublich gerne als gedrucktes Buch lesen.“ Das war der Moment, in dem ich den Entschluss fasste, ein Buch zu schreiben – obwohl ich absolut keine Ahnung hatte, wie man so etwas überhaupt anstellt.
Es dauerte dann noch gut ein Jahr, bis ich das Buch tatsächlich über Nacht herausbrachte. Ich war mit dem Buchmarkt in Kontakt gekommen, der einen Bericht über mich bringen wollte. Durch meinen Eintritt in den Förderverein Gefangenenbüchereien e.V. hatte ich Hermann Wenning kennengelernt. Er ist im Vorstand und ebenfalls Buchautor – seine Vita weist einige Ähnlichkeiten mit meiner auf. Sein Buch Lauf zurück ins Leben gab mir schließlich die Idee für die Strukturierung meines eigenen Werkes.
Zurück zum Buchmarkt: Das Magazin fragte mich, ob es Fotos aus meiner damaligen Haftzeit gäbe. Da ich keine hatte, antwortete ich, dass ich ein fertiges Buch vorliegen habe, das veröffentlicht werden könne und das sie erwähnen könnten. Der Buchmarkt war begeistert – und so brachte ich noch in derselben Nacht mein Buch Freiheit verpasst – Freiheit gefunden heraus, ganz ohne Lektorat und ohne fremde Hilfe.
Meine Freundin Elisa hatte eigentlich vor, mein fertiges Buch zu lesen. Bis heute hat sie es jedoch nicht getan. Ihr Kommentar dazu: „Ich kenne doch sowieso schon jedes Kapitel.“
Leseprobe: