Der JVA Kompass
Die Idee zum Ratgeber:
Gemeinsam mit Elisa meiner Freund in und Jonas, einem damaligen WG-Mitbewohner, saß ich bei uns im Wohnzimmer. Irgendwann kam das Thema Gefängnis auf und die Frage, wie gut Inhaftierte eigentlich Zugang zu Ratgebern haben, die ihnen bei der Entlassungsvorbereitung helfen.
Aus meiner eigenen Erfahrung habe ich berichtet, dass das alles andere als einfach ist: Es gab schlicht keinen Ratgeber, in dem Adressen für Betreutes Wohnen oder Übergangswohnungen gebündelt zu finden waren. Zwar existieren vereinzelt Ratgeber mit Adresslisten, jedoch fehlen dort meist genauere Informationen dazu, was einen vor Ort konkret erwartet.
Jonas und Elisa hatten daraufhin eine fantastische Idee: Warum entwerfen wir nicht selbst einen Ratgeber? Ein Heft mit wichtigen Adressen und praxisnahen Infos darüber, was man beachten muss, wenn man neu in Haft kommt – ein Ratgeber von Betroffenen für Betroffene.
Mir war zwar klar, dass es schwierig ist, an verlässliche Informationen zum Thema Wohnen zu gelangen. Wie extrem schwer es jedoch in der Praxis ist, hätte ich selbst nicht gedacht: Ich wollte für jedes Bundesland passende Adressen recherchieren – doch für manche Bundesländer ließ sich trotz intensiver Suche keine einzige Adresse finden.
Und das, obwohl mir rund um die Uhr ein Telefon und das Internet zur Verfügung stehen. Dieses Ergebnis zeigt überdeutlicht, vor welchen schier unüberwindbaren Hürden Menschen in Haft stehen, wenn sie nach Perspektiven für die Zeit nach der Entlassung suchen.
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